25. Juli 2017

HerzPiraten-Regatta – Mrs. City – 25.7.2017

HerzPiraten-Regatta

Hamburgs Außenalster wurde wieder von kleinen HerzPiraten erobert: Das Wetter wollte zwar nicht so richtig mitspielen, aber wer ein richtiger HerzPirat ist, den stört das nicht. Und so hieß es am Samstag, 22. Juli 2017, trotz Regen und Wind „Leinen los“ zur 5. HerzPiraten-Regatta…

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Der Verein „Herzpiraten“ wurde 2013 von Schauspielerin und Moderatorin Nova Meierhenrich und dem Arzt und Segler Malte Kamrath ins Leben gerufen und sammelt seither Spenden für herzkranke Kinder. Die Vereins-Highlights sind in jedem Jahr die sportlichen Segelevents.

16 Kinder und Jugendliche gingen letzten Samstag in insgesamt vier Segelbooten auf der Alster an den Start. Die Mädchen und Jungen, die derzeit aufgrund eines angeborenen Herzleidens im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf behandelt werden, erhielten dabei Unterstützung von den Top-Seglern Jens Müller, Florian Spalteholz, Michael Zittlau und Malte Kamrath. Doch obwohl das Wetter vorerst ziemlich grau und verregnet war, hatte Petrus nach Knotenkunde und ein paar Runden Segel-Quiz Erbarmen und die HerzPiraten konnten endlich in See stechen.

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Wir haben mit Nova Meierhenrich und Malte Kamrath über ihr gemeinsames Projekt gesprochen:

 Wie läuft der „HerzPiraten“-Tag ab ?

Malte: Wir treffen uns um neun im Verein und die Kinder kommen dann um zehn dazu. Danach gibt es eine offizielle Begrüßung und die Teameinteilung. Im Anschluss können sich die Kinder auch schon einen Teamnamen ausdenken und dann machen wir eine Sicherheitseinweisung. Vormittags machen wir eine Trainingseinheit, um ein bisschen das Boot kennenzulernen und fahren anschließend die Alster einmal hoch und runter, einfach um ein bisschen Zeit auf dem Wasser zu verbringen. Dann haben wir ein entspanntes Mittagessen und Nachmittags segelt dann die „HerzPiraten“-Regatta raus und dieses Jahr haben wir trotz Regen zum Glück sogar noch fünf kleine Rennen geschafft.

 

Welches Feedback bekommt Ihr von den Kindern?

Nova: Das ist jetzt schon die fünfte Regatta und viele Kinder sind das zweite, dritte mal dabei. Wir kriegen immer hinterher ganz viele Mails von Kindern und Eltern, dass sie ein riesen Spaß hatten und wir merken es auch daran, dass die Kinder wirklich die Ärzte und Schwestern beknien, dass sie sie wieder auf die Liste setzen für das nächste Jahr. Wir geben das immer in die Hand der Schwestern. Heute sind auch fünf Schwestern und Ärzte mit dabei. Sie suchen die kleinen Teilnehmer aus, denn sie wissen am besten, wer gerade fit genug ist und wer das stemmen kann. Die Schwestern und Ärzte erzählen mir immer, dass sie bekniet werden und Mails von den Kindern kriegen, dass sie unbedingt wieder dabei sein wollen. Und ein besseres Feedback kann man ja gar nicht kriegen.

 

Bald folgt die sechste Regatta in Berlin, wie kam es dazu?

Malte: Ich bin ursprünglich aus Berlin, bin dort aufgewachsen und mein Segelverein ist der Verein Segelhaus am Wannsee. Wir veranstalten jetzt schon seit 2014 diese Events mit den „HerzPiraten“ in Hamburg. Und seit 2014 fragt mich jedes Jahr mein Geschäftsführer aus dem Verein am Wannsee „Wann kommt ihr denn mal nach Berlin?“ und jedes Jahr habe ich ihn vertröstet. Dieses Jahr ist mein Verein 150 Jahre alt geworden und dann habe ich gesagt „Okay dieses Jahr müssen wir es einfach auch in meinem Verein am Wannsee machen.“ Zum 150-jährigen Jubiläum passt das natürlich perfekt.

 

Und kommen die Kinder dann aus Berlin?

Malte: Genau, die Kinder aus Berlin sind vom Herzzentrum Berlin und wir arbeiten dann quasi immer in den Städten, wo wir die Events machen. Wir waren ja auch schon in München und haben mit dem deutschen Herzzentrum zusammen gearbeitet und im Prinzip ist dann immer das jeweilige Herzzentrum der Stadt unser Ansprechpartner.

 

Begleitet ihr die Kinder auch außerhalb des Events?

Nova: Ja, wir haben ja immer wieder Aktionen gemeinsam mit den Kindern. Die Preise, die heute bei der Siegerehrung vergeben werden, das sind auch immer wieder Dinge, die die Kinder machen können. Und wir versuchen natürlich auch, unserem Zeitplan entsprechend hoffentlich dabei sein zu können. Aber wir haben auch Kontakt per E-mail, die Kinder schicken uns dann Fotos von ihren Erlebnissen, schreiben uns oder melden sich auf der Website. Das ist echt sehr schön..

 

Ihr beide habt euch ja über das Segeln kennengelernt, was verbindet euch noch ?

Malte: Genau, wir haben uns 2013 bei der „Kieler Woche“ kennen gelernt. Ich bin damals für Audi als Skipper gesegelt und Nova war Gast bei Audi. Wir waren dann auf einem Schiff eingeteilt und das war ganz witzig, weil das zwei Tage waren, an denen wir zusammen gesegelt sind, und auch rundum Rahmenprogramm hatten, was von Audi organisiert war. Wir haben uns mega gut verstanden und haben gesagt, eigentlich müssten wir mal ein Event oder irgendetwas zusammen organisieren. Nova hatte dann den Kontakt zum Herzzentrum hergestellt und dann haben wir denen einfach vorgeschlagen „Hey wie schauts bei Euch aus, wir könnten mit ein paar herzkranken Kindern segeln, habt ihr Lust drauf ?“ Und die waren sofort total begeistert! Deswegen ist Segeln eine Gemeinsamkeiten von uns und ich bin ja Arzt, helfe sozusagen Menschen wieder gesund zu werden. Und so helfen wir quasi zusammen.

 

Gibt es einen Fall, der euch besonders berührt hat?

Nova: Das kann man gar nicht so differenzieren. Ich habe zum Glück eine Familie, die mir und meinen drei Brüdern von Anfang an mitgegeben hat, sich in der Welt umzugucken und zu schauen, was uns stört, was wir vielleicht besser machen können und es dann einfach zu tun. Und so haben wir als Jugendliche schon soziale Arbeit gemacht, wir waren alle vier Jugendgruppenleiter. Ich war in der Studienzeit mit Kindern aus sozial schwachen Familien im Urlaub, hab Betreuerin gemacht, also wir sind da so reingewachsen, weil unsere Eltern uns das mitgegeben haben. Und bei Malte ist das ähnlich. Malte ist auch so jemand, der sozial engeagiert ist und einfach so ein großes Herz hat und immer guckt, dass er sich engagieren kann. Und deshalb war das bei uns beiden, als wir uns kennen gelernt haben, einfach ein „Perfect-Match“. Und dann haben wir schnell die Idee gehabt, zusammen etwas auf die Beine zu stellen. Dass das dann so ein toller Verein wird, eigentlich nur aus einer Idee zwischen zwei Freunden, ist natürlich umso schöner.

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Nova, was sind neben der Arbeit für die Herzpiraten, deine Pläne für dieses Jahr?

Nova: Oh ganz viel! Ich stehe gerade für Sat.1 für einen Krimi vor der Kamera. Dann kommt im Herbst ein Kinofilm, bei dem ich mitgespielt habe „Unter deutschen Betten“ mit Veronika Ferres  in der Hauptrolle. Dann moderiere ich wahnsinnig viel, z.B. nächste Woche in Berlin rund um die IFA. Das Schöne ist, dass es ganz abwechslungsreich ist. Zwischendurch organisiere ich dann noch die Regatta für Berlin.

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Alle Infos zu „Herzpiraten“ bekommt Ihr hier: www.herzpiraten.com

Interview: Susanna Sapiains Valencia; Redaktion: Viviane Gehring; Fotos: Marco J. Drews

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